Projekt 2012: I’ll be back…

Liebe Freunde, bevor das hier wieder in lange Entschuldigungsarien ausartet, (die mir mittlerweile wahrscheinlich eh keiner mehr glaubt) komme ich direkt zur Sache. Ich habe zwei Punkte, die ich kurz ansprechen möchte.

Punkt 1: Nachdem ich vor ziemlich genau zwei Jahren meinen offiziellen Rücktritt aus dem „aktiven Wettkampfsport“ angekündigt habe, kann ich nun sagen: Ich bin zurück! Bzw. habe es vor… Ich befinde mich nämlich derzeit auf dem Zenit der „Unform“. Um es zu verdeutlichen: Bei einer Seniorenolympiade wäre ich sicherlich Anwärter auf den Trostpreis. Mangelnde Zeit und auch ein bisschen fehlende Motivation haben dazu geführt. Doch jetzt ist Schluss! Ich hatte in der Vergangenheit ja schon mal angedeutet, dass ich gerne irgendwann mal, neben den Halbmarathons, Lust hätte, an einen Triathlon teilzunehmen. Und genau das ist auch das Ziel, was mich antreibt, wieder anzufangen: „Der Mörsbachmän“, höhö .) Das bedeutet die überschaubare Distanz von: 250 m Schwimmen, 22 km Radfahren und  6 km Laufen. Das Ganze läuft unter dem Decknamen: Projekt 2012. Als wäre das in meiner derzeitigen Verfassung nicht schon genug Arbeit in der kurzen Zeit, habe ich mich in einer Phase grenzenloser Selbstüberschätzung auch wieder beim Strongmanrun angemeldet… Der ein oder andere erinnert sich an meine Teilnahme 2009. Um die Sache noch besser voranzutreiben, habe ich mir diesmal professionelle Unterstützung geholt und werde von einem Trainer unterstützt. Ab Montag beginnt das Training und ich werde euch regelmäßig über den aktuellen Status informieren.

Punkt 2: Blogging. Allein schon durch die Meldungen über meinen Trainingsstatus, werden die Posts mehr, bzw. finden überhaupt wieder statt. Trotzdem wird sich ein bisschen was ändern. Es wird statt vereinzelter, großer Beiträge – wie in der Vergangenheit – mehrere, dafür kürzere Beiträge geben. Das ist daher geschuldet, dass ich nun auch hin und wieder von Unterwegs aus bloggen werde und ich den Mehrwert eher in vielen Beiträgen sehe.

Soviel nun kurz von mir – wir lesen uns .)

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2010 im Rückspiegel

…oder der Versuch einer Erklärung. Letzter Post: August. Schande über mein Haupt! Aber was will ich machen? 2010 war für mich wie eine Wundertüte. Viele Veränderungen, viel ist passiert und noch mehr Sachen waren/sind im Umbruch. Deshalb fehlte mir oft die Zeit, mich der Sache hier in der angemessenen Art und Weise zu widmen. Fairerweise muss ich hinzufügen, dass mir auch oft die Motivation fehlte. So liegen z.B. noch drei Beiträge als Entwürfe in der Pipe, sind aber nicht fertig gestellt worden.  Nachdem WordPress mir aber heute meine Statistik von 2010 zugeschickt hat (die trotz Inaktivität überraschend gut war), wurde mir die Sache hier noch mal ins Gedächtnis gerufen, und ich bekam ein leicht schlechtes Gewissen.

2010 war schwerpunktmäßig von Film-Reviews geprägt. Insgesamt hab ich 15 Beiträge geschrieben, also 1,25 Beiträge pro Monat. Äußerst bescheidene Ausbeute. Auch in diesem Jahr war der Top-Zugriff wieder mein Beitrag über Hartz-IV-TV auf RTL. Neben den üblichen Vorsätzen für’s neue Jahr, habe ich mir diesmal auch fest vorgenommen, neben Twitter, auch hier wieder aktiver zu werden. Versprechen werd’ ich besser nicht machen – ein fester Wille ist aber vorhanden .)

In diesem Sinne wünsch’ ich allen Aktiven nur das Beste für das neue Jahr und viel Durchhaltevermögen bei allen Vorsätzen!

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Review: Inception

Langsam entwickelt sich das hier zum großen Kinosommer. Ich weiß nicht wieso, aber ich werde derzeit wirklich magisch ins Kino gezwungen gezogen. Bei keinem Film war jedoch im Vorfeld die Gegenwehr so groß, und bei keinem war ich hinterher so geflashed wie hier. Aber kurz zum Film vorweg: Cobb (DiCaprio) ist ein Gedankendieb. Er dringt mittels einer Maschine in die Träume anderer ein, um wichtige Informationen zu stehlen. Eines Tages bekommt er ein großes Angebot. Er soll für einen japanischen Energiemogul in die Gedanken seines größten Konkurrenten eindringen, um ihn dazu zu bringen, seinen Konzern zu zerschlagen. Dafür ist jedoch ein nie vorher dagewesener Aufwand nötig, und sie müssen ungewöhnlich tief in den Traum hinein. Der Lohn: Er darf zurück zu seiner Familie, was ihm bisher verwehrt bleibt, da er weltweit gesucht wird.

Ich muss ehrlich gestehen, dass der Trailer mich komischerweise (?) nicht wirklich vom Hocker gehauen hat. Dass Titanics DiCaprio mitspielt, machte die Sache für mich nach nicht wirklich attraktiver. Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Im ersten Drittel des Films bekommt man en Detail erklärt, worum es geht, wer mit wem, wie es sich mit Träumen und Realität verhält, was es mit ‘Extraktion’ auf sich hat, warum, weshalb und überhaupt. Klingt nach viel schwerer Kost, ist es im Prinzip auch. Wer hier nicht aufpasst, kann den Kinosaal eigentlich direkt wieder verlassen – Nixpeilgefahr! Wer aber hier seine noch so kleine Aufmerksamkeitsspanne bündeln kann, wird im weiteren Verlauf mit einer großartigen Story belohnt.

Der Film ist durchzogen mit überschwänglichen visuellen- und damit verbundenen Wow-Effekten. Dazu kommen immer wieder diese kleinen WTF-Momente, in denen man glaubt, man wäre im falschen Film oder hätte die letzte halbe Stunde selbst im Traumland verbracht. Wenn man die Verzahnungen und Verwinkelungen ineinander genauer betrachtet oder versucht zu verstehen, kommt man nicht um die Frage, wie krank oder genial der Regisseur sein muss, um so einen verwirrenden Shit zu produzieren. Man steht die komplette Filmlänge so unter Strom, dass selbst der kleinste Schreckmoment zum Herzstillstand beitragen kann.

Mit Inception werden gleich mehrere Genre bedient: Action, Sci Fi und eine Spur Drama. Die Traum in Traum-Geschichte ist zwar kein Novum auf dem Filmsektor, doch die gesunde Mischung aus verschiedenen Genres, gepaart mit einem fast protzigen Screening und einer großen Filmmusik macht den Film sicherlich zu mehr als nur einem Oscaranwärter.

Fazit: Selten war ich über so lange Zeit so gefesselt und im Sog eines Films. Christopher Nolan hat einen wirklich kranken (im positiven) Blockbuster geschaffen. Hans Zimmer komplettiert das Meisterwerk mit mal wieder grandioser und theatralischer Musik. Wer also auf der Suche ist nach zweieinhalb Stunden nervenzerreißende Spannung, Action und intellektueller Forderung, der ist bei Inception bestens aufgehoben.

Kleiner Tipp von mir: Guckt ihn nicht in der Spätvorstellung. Ich bin um halb zwei aus dem Kino raus und konnte nicht vor vier Uhr einschlafen, weil ich noch so aufgewühlt und voller Fragen war. Wem es genauso geht, kann bei Moviepilot weiterdiskutieren und rätseln. Wegen Letzterem war ich auch erst gewillt, dem Film einen halben Punkt abzuziehen, empfand es jedoch hinterher als wichtigen Teil des Films. Deshalb, erstmals in der Geschichte dieses Blogs: Volle Punktzahl für Inception, herzlichen Glückwunsch!

PS: Denkt an euer Totem!

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Review: Prince of Persia – Der Sand der Zeit

Wie versprochen kommt heute das zweite Review. Am Freitag habe ich mir in einem kleinen, gemütlichen Kino noch Disneys ‘Prince of Persia – Der Sand der Zeit’ reingezogen.

Vorweg wieder eine kurze Zusammenfassung: Als kleiner Junge wird das Waisenkind Dastan (Jake Gyllenhaal) von König Sharaman (Ronald Pickup) auf einem Markt entdeckt. Gerührt durch eine couragierte Aktion beschließt er, ihn zu adoptieren. Etliche Jahre später ziehen der mittlerweile muskelbepackte Prinz Dastan und seine zwei Brüder los, um die heilige Stadt Alamut zu erobern. Diese soll angeblich Waffen an die Feinde Persiens verkaufen. Bei der Eroberung fällt Dastan ein Dolch in die Hand. Bald darauf erkennt er, dass der Besitzer damit die Zeit zurückdrehen kann. Bei den Feierlichkeiten zu Ehren der Eroberung wird König Sharaman jedoch durch einen Mantel vergiftet und stirbt. Da Dastan ihn übergeben hat, wird er verdächtigt. Zusammen mit der schönen Prinzessin Tamina flieht er. Eine Jagd nach ihnen und dem Dolch beginnt, der wohl noch mehr ist, als nur ein Spielzeug für Zeitreisen.

Gleichnamiges Computerspiel habe ich nie gespielt – Verknüpfungen, evtl. Negativpunkte oder Ähnlichkeiten mit dem Film kann ich also leider nicht aufzeigen. Auch wenn es eine Disney-Film war, hatte ich doch ein paar Erwartungen. Immerhin hatte Action-Produzent Jerry Bruckheimer die Finger im Spiel. Und zumindest mit der Besetzung der Hauptrolle hat er, mal wieder allen Kritikern zum Trotz, eine gute Wahl getroffen. Dastan ist eine gute Mischung aus Jugendlichkeit, Witz und ein bisschen Macho und wird von Jake Gyllenhaal perfekt in Szene gesetzt. Gemma Arterton – zu ihr braucht man nichts mehr sagen. Sie spielt die wunderschöne Prinzessin, das passt .)


Schön sind auch die oft gezeigten Panoramaaufnahmen. An dieser Stelle möchte ich auch die äußerst gelungene Filmmusik herausheben! Wie zu erwarten gibt’s jede Menge Parkour-Action. Diese wird aber nicht übertrieben und steht in angenehmer Zusammenarbeit mit ein paar Kampf-, Action-, und Animationsszenen. Das alles kann aber eine etwas flache Story nicht ganz ausgleichen.

Fazit: Prince of Persia ist eine Walt Disney-Verfilmung wie sie im Buche steht: Man nehme eine alte Sage, gebe etwas Fantasy, Mystik und große Filmmusik hinzu und vollende sie mit einer Liebesromanze, vorzuweise Prinz und Prinzessin – voila. Unter normalen Umständen wäre ich wahrscheinlich nicht mal auf die Idee gekommen, mir den Film im Kino, geschweige denn überhaupt, anzugucken. Da tut man Walt Disney vielleicht unrecht, aber wirklich anspruchsvolle Unterhaltung verbindet wohl keiner mit dem Mickey Mouse Unternehmen. Wer dem Film trotzdem eine Chance gibt, bekommt 150 Minuten entspannte Unterhaltung – nicht mehr, nicht weniger. Deshalb hier gute 5 Augen.

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Review: Predators

Ja ja, ich weiß, ich habe mich hier mal wieder ziemlich rar gemacht. Aber WM und viele Ausflüge verlangten viel Zeit. Auf ersteres will ich hier nicht unbedingt näher eingehen – das hat @hulza in seinem Blog schon bestens gemacht. Aber zurück zum eigentlichen Thema hier. Die vergangene Woche war ich in einigen Städten unterwegs und hatte zwischendurch öfter etwas Leerlauf. Was macht man dann also, wenn man niemanden kennt? Kino! Zwei Filme habe ich mir angeguckt. Keine Blogbuster, aber zum Zeitvertreib hat’s allemal gelangt. Den Start habe ich mit Predators gemacht.

Wem die eineinhalb Minuten Trailer zu lang sind, hier mal eine kleine Zusammenfassung im Voraus: Acht Elite-Kämpfer fallen vom Himmel und landen per Fallschirm in einem Dschungel. Keiner weiß, was passiert ist oder wo sie sind. Schnell wird klar: Wenn sie überleben wollen, müssen sie zusammenarbeiten. Sie merken, dass sie Teil einer Jagd sind. Aber diesmal sind nicht sie die Jäger, sondern die Gejagten. Jede Saison werden neue Elitekämpfer abgeworfen, um von Aliens gejagt und eliminiert zu werden. Verständlicherweise hat niemand wirklich Lust darauf und es beginnt ein Katz und Maus-Spiel.

Den meisten dürfte der Predator-Klassiker aus den 80-ern mit Arnold Schwarzenegger bekannt sein. Es soll laut den Verantwortlichen aber kein Remake, sondern mehr eine Art Reboot sein. Komisch, dass aber dann nicht alles auf null gesetzt wird.  Es wird nämlich z.B. die Mission aus 87 erwähnt, wo die Menschen bereits Kontakt mit den Predators hatten. Hat aber an sich keine großen Auswirkungen auf den Film. Pluspunkt: Wenn in einem Streifen Danny Trejo mitspielt, hat er direkt Extrapunkte. Der Typ ist für mich die Grundverkörperung eines Mexikaners mit einer unheimlichen Coolness. Leider war er der Erste, der das Zeitliche segnet hat, uncool!

Original von 1987

Die Leitung der Gruppe wird, nicht ganz ohne Protest, von Adrien Brody übernommen. Er ist kein Schwarzenegger-Ersatz, spielt aber seine Rolle als Söldner glaubwürdig. Erschreckt habe ich mich jedoch, als sich das erste Mal die einzige Frau im Film zu Wort meldete. Alice Braga wurde die Stimme von Tia Dalma (Fluch der Karibik) verpasst, samt Akzent! Das passt zwar irgendwie zur Rolle, verwirrt aber, wenn man den Film kennt. Die restlichen Kämpfer sind allesamt eigenständige Charakterrollen und kommen sympathisch rüber. FSK-18 ist dank actionreicher Gestaltung gerechtfertigt. Ansonsten würden wohl selbst abgestumpfte Minderjährige komisch gucken, wenn jemandem die Wirbelsäule aus dem Körper gerissen wird.

Die Aliens bekommt man relativ selten zu Gesicht, (nein, nicht nur wegem dem Tarnanzug) aber wenn sie da sind, geht’s ordentlich zur Sache. Verstärkt wird das durch die interessante Ausstattung. Mit dem Waffenarsenal, was die Jungs da durch die Botanik tragen, könnte man ein Dorf eine Woche allein verteidigen. Aber sonst wär ein solcher Film wahrscheinlich auch langweilig. Schön ist, dass die Aliens keinen besonderes Facelift erhalten haben und sich nah am Original orientieren. Das Ende hatte ich mir jedoch anders vorgestellt, und somit ist sicherlich mit einem zweiten Teil zu rechnen.

Fazit: Einen unvergesslichen Film habe ich von vorne rein nicht erwartet, den wollten die Macher auch selbst nicht machen. Der Film kommt zwar nicht an den ‘Spaßfaktor’ des Originals ran, bietet aber trotzdem 105 Minuten Popcorn-Unterhaltung. Wer also auf coole Sprüche, jede Menge Geballer und Aliens steht, ist mit Predators gut bedient. Dafür gibt’s von mir gute 6,5 Augen!

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Sie kam, sang und siegte

Raab & Meyer-Landrut

Raab, dieser Teufelskerl – hat er es schon wieder geschafft. Es scheint so, dass alles, was er anpackt, zu Gold wird. So auch beim Eurovision Songcontest. Aber was war passiert? Nach 28 Jahren der beschissenen mäßigen Ergebnisse trat das große ZDF an Stefan Raab und bat um Hilfe bot ihm eine Kooperation an. Zusammen sollte ein würdiger Kandidat gefunden werden, der zumindest einen Platz in Titelnähe belegt und mit dem sich auch Deutschland identifizieren kann. Nachdem er erst dankend ablehnte und das Zweite dumm dastehen ließ – sicherlich war es für sie eine große Überwindung, ihn zu fragen -  sah er wohl doch nach einiger Zeit ein gewisses Potential, und die Hochzeit auf Zeit zwischen privatem und öffentlich-rechtlichem Sender war perfekt.

Ich muss fairerweise sagen, dass ich zunächst vom Casting enttäuscht war. Die Kandidaten wirkten auf mich wie aus Schülerbands. Aber so leicht alternative, etwas verpeilte Kandidaten waren ja schon immer Raabs Steckenpferd – siehe Max Mutzke, Stefanie Heinzmann, Gregor & Co. Nach einiger Zeit stieg das Niveau aber deutlich und auch die fachliche Jury machte soweit einen guten Job. Man konnte es sich auf jeden Fall um einiges besser angucken als DSDS.

Ohne jetzt zu groß ausschweifen zu wollen und elend lang über das Casting zu reden: Lena Meyer-Landrut überzeugte letztendlich mit fragwürdigem Englisch und Ohrwurm-Song. Wobei ersteres auch Vorteile haben kann – dazu aber später mehr. Passend zum Song Satellite legt sie einen kometenhaften Aufstieg hin. Single auf Platz 1, Album auf Platz 1 etc. Noch mitten im Abi wird die junge Frau mitten ins Medienleben gefeuert und kein Sender kommt mehr ohne sie aus. Dann der Mega-GAU: Nach fast 30 Jahren holt sie auch tatsächlich noch den Titel zurück nach Deutschland, wow! Dafür Lob, Anerkennung und meinen herzlichen Glückwunsch, ich gönn’s dir!

Aufgrund dessen lass’ ich es mir auch gefallen, dass der Gewinnersong derzeit noch stärker frequentiert wird als vor dem Contest. Doch bereits kurz nachdem Lena wieder in Deutschland ist, geschieht etwas, was dem großen Erfolg einen äußerst faden Beigeschmack verpasst: Ralph Raab will Lena nächstes Jahr den Titel verteidigen lassen. Seinen Stolz und sein Vertrauen in Lenas Gesangskünste in allen Ehren, aber hat er etwa nicht aus den Fehlern vom viel verspotteten Schlagerkönig gelernt? Keiner, der es bis jetzt versucht hat, ist über den vorletzten bzw. letzten Platz hinausgekommen. Vor allem aus Rücksicht vor Lena und ihrem weiteren Vorankommen sollte meiner Meinung nach dringend noch mal über dieses Vorhaben geschlafen werden. Auch, wenn ich den Satellit im Moment am liebsten in eine andere Umlaufbahn schießen würde, hoffe ich, dass Raab von dieser Schnapsidee abkommt. Man muss die Zitrone nicht bis zum bitteren Ende ausquetschen.

Auch wünsche ich mir, dass Lena Meyer-Landknecht nach dem Rummel wieder etwas zu Ruhe kommt. Soviel Termine hat ja nicht mal ein afghanischer Arbeiteresel. Mein Vorschlag: Auszeit nehmen, zwei, drei Monate auf den Lorbeeren ausruhen und Erfolg genießen. Dann, kurz vor dem 11.11., eine Karnevalsversion des Grandprix-Hit herausbringen. Die meisten werden jetzt denken: „Karnevalsversion? Was ist mit dem los?“ Aber wenn man genau hinhört, und der ‘kölschen Sprache’ etwas mächtig ist, wird man das Potential in Lenas speziellem Englischakzent erkennen. Ich habe es, und das hat mich direkt für den Refrain inspiriert:

Laaf, aalaaaf, ich verzäll dir wat ma heut noch maaache,
weil mer heut’, ja heut’, all richtig fiere dun!

…und so weiter und so weiter. Bestimmt nicht die Endversion, aber ausbaubar ,) In diesem Sinne: Alles Gute weiterhin, Lena! Stefan, bitte überleg’s dir noch mal. An alle anderen: Wir sehen uns am 11.11. auf dem Heumarkt.

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Laut, lauter, Prodigy

Manchmal fragt man sich, was manche Firmen dazu bewegt, dies oder jenes Event zu sponsern. Zumindest bei laut.de weiß ich jetzt, warum es Prodigy ist. Ich hab’ immer noch ein verdammt amtliches Klingeln im Kopf. Prodigy machten am Samstagabend auf ihrer ‘Invaders Must Die Tour’ Halt in der Philipshalle in Düsseldorf. Sowas lasse ich mir natürlich nicht entgehen und habe mich auch auf den Weg gemacht.

In der Halle angekommen, war bereits die ‘Vorgruppe’ zugange. Man muss sagen, die Künstler im Vorfeld haben echt einen schweren Job und werden nicht selten ausgebuht, teilweise mehr oder weniger zu recht. Hier muss man aber objektiv zugeben, dass die South Central Jungs einen verdammt guten Job gemacht haben. O.K., sie hätten vielleicht den ein oder anderen „Espresso“ weglassen sollen – hatte zeitweise echt Angst, dass ihnen der Kopf wegfliegt – aber musikalisch war das wirklich mal was Neues für mich. Beavis and Butt-Head spielten ein buntes Potpourri aus Plastikman, Rammstein über Justice, Daft Punk bis hin zu Rage Against the Machine – das alles gepaart mit verdammt garstigem Gequietsche und Geknarze. Die würd’ ich mir auch allein sicherlich noch mal geben! Die Halle hat ihnen den Sound mit ordentlichem Gefeier gedankt.

Bei den bisherigen Konzerten, denen ich in der Philipshalle beigewohnt habe, waren immer die seitlichen Tribünen ausgefahren, diesmal nur die hintere. Das lag vielleicht auch an der höheren Besucherzahl. Der Saal war chronologisch nach Lebenserwartung bzw. Selbsterhaltungsdrang gegliedert. Vorne: die ‘Kamikaze-Truppen’, danach kamen ‘Tinnitus 3.000′ und ‘no way of return’ usw. bis hin zu den ‘long life Plätzen’ auf der Tribüne im hinteren Bereich. Vorerst entschieden wir uns für Letzteres. Das hatte sich schon bei den letzten Konzerten bewährt – super Akustik, Sitzgelegenheiten und keiner verschüttet einem das Bier. Wie sich aber später herausstellte, hielt es mich dort nur bis zum ca. fünften Song. Ich begab mich in die Selbstmordzone und wurde dank des ‘Circle of Death‘ bis in die ersten Reihen katapultiert.

Aber von vorne: Nachdem South Central einen würdigen Abgang hingelegt hatten, kamen unmittelbar im Anschluss Keith Flint and the Backbeats. Sie legten direkt los mit ‘World’s on fire‘ und heizten ordentlich ein. Zweiter Song: ‘Breathe‘. So ging es nach und nach weiter. Wer also nicht spätestens bis zum fünften Song nass geschwitzt war, hatte was verkehrt gemacht. Das Publikum ging super mit, und die Stimmung war am Kochen. Wohl auch deshalb habe ich 30 verschiedene Schweißproben am Shirt.

Zu meiner Freude haben sie überraschend wenige Songs vom neuen Album gespielt. So bildete auch ein alter Klassiker für mich den Höhepunkt des Konzertes: ‘Smack my bitch up’. Es ist schwer zu erklären, was da abging. Glücklicherweise habe ich es auf komplett auf Kamera festgehalten. Bis zum Ende anschauen lohnt sich in jedem Fall. Nach meinem Geschmack hätten die Jungs ruhig noch eine halbe Stunde, Stunde länger spielen können. Mit ‘Out of Space‘ fand das Konzert aber ein versöhnliches Ende. Mehr Flüssigkeiten hatte ich eh nicht mehr zum Ausschwitzen auf Lager. Alle Videos zum Konzert findet ihr wie immer in meinem Channel.


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Spring Break Europe

…oder wie wir es nach einiger Zeit nannten: Gay Break Europe. Dazu aber später mehr. Aus einer Laune heraus haben wir vor etwas über einem Monat beschlossen, Tickets für Spring Break Europe in Kroatien zu buchen. Das Original aus den USA dürfte wohl den meisten bekannt sein. Dort treffen sich jedes Jahr im Frühjahr Tausende Studenten z.B. in Florida oder Cancún, um sich über zwei Wochen in einen rauschartigen Zustand zu begeben und der Fleischeslust zu frönen. Als die Idee und die damit verbundene Vorfreude noch in unseren Köpfen reifte, ahnten wir jedoch noch nicht, dass dieser Tripp eher einer Episode ‘Pleiten, Pech und Pannen’ als einem unvergesslichen Partywochenende gleichen würde. Vorweg eine Pannenerläuterung: Leider gab meine Kamera unmittelbar nach der Ankunft den Geist auf. Deshalb habe ich auf die freundlicherweise zur Verfügung gestellten Fotos des Veranstalters zurückgegriffen.

Nichtsdestotrotz wurden direkt im Anschluss weitere Partyjünger aktiviert und ein konspiratives Treffen einberufen, um den weiteren Werdegang zu besprechen. Nach einer Weile stand fest: Wir wollten mit dem Partyzug anreisen und uns in den angepriesenen Bungalows einnisten. Dieser Plan wurde aber zehn Minuten später wieder verworfen, da beides schon ausgebucht war… Also entschieden wir uns, einen Neunsitzerbus zu mieten und auf dem Campingplatz zu zelten. Soweit so gut. Bereits zwei Wochen später ergab sich aber schon das nächste Problem. Da zwei, drei Leute absprangen, ging die Suche nach neuen Feierwütigen los. Letztendlich fuhren wir mit einer siebenköpfigen, bunt zusammengewürfelten Männergruppe leicht verspätet am Donnerstagabend gegen 22.00 Uhr los.

Nach ca. zwölf Stunden Fahrt erreichten wir die kroatische Grenze – endlich! Die Müdigkeit der Nacht wich absoluter Vorfreude – immerhin lag das Event nur ungefähr eine Stunde hinter der Grenze. Leider wurde die Freude durch den Zollbeamten etwas getrübt, als dieser uns auf einen Parkplatz winkte. Wir wissen immer noch nicht, ob es am Bus selbst, den Aufklebern oder an der Gummipuppe auf dem Beifahrersitz lag. Letztendlich war aber wohl der als gestohlen gemeldete Pass von einer unserer Jungs der ausschlaggebende Punkt. Nach zwei Stunden war die Sache Gott sei Dank endlich geklärt, und wir konnten die Reise fortsetzen. Endlich in Rovinj angekommen, ging’s gleich an den Main Check In, um die Unterlagen incl. Tickets für die extra im Vorfeld gebuchte Cruise Missile Tour (Partyschiff) am nächsten Tag abzuholen. Nach 13 Stunden hatten wir es dann endlich geschafft: Ankunft auf dem Campingplatz. Der erste Eindruck war durchaus positiv. Ein weitläufiges Areal mit vielen Bungalows und großen Grünflächen, vielen Sanitäranlagen und dem angrenzenden Sammelpunkt für alle incl. Pool.

Beim Zeltaufbau bewahrheitete sich eine alte Weisheit: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Der Schlaubischlumpf, dem ich zuvor mein Zelt geliehen hatte, hatte klugerweise die Heringe nicht wieder in die Verpackung gepackt. Nach kurzen Terroranrufen blieb aber nichts anderes übrig, als nach Alternativen zu suchen. Glücklicherweise waren um uns herum überall kleine „Heringshops“ verteilt, an denen wir uns in einer ruhigen Minute bedienten. Nachdem der Aufbau beendet war, konnte es endlich zum angenehmen Teil des Tages übergehen. Das Opening stand auf dem Plan und Tausende fanden sich nach langer Anreise am Pool zusammen. Für mich endete diese Veranstaltung jedoch leider schon zwischen 16 und 18 Uhr. (Bei den Zeitangaben musste ich mich auf Tipps aus der Bevölkerung verlassen.) Aufgrund einer unglücklichen Mischung aus Schlafmangel und dem ein oder anderen Trichter, ging’s schon früh am Abend zurück ins Zelt. (Zumindest bin ich da morgens aufgewacht.)

Trotz des verpassten Openings am Vortag bin ich samstags relativ früh und gut gelaunt aufgewacht – immerhin stand  ja die Tour mit dem Partyschiff auf dem Plan – einer, wenn nicht DAS Highlight des Trips. Dummerweise hatte ich aber am Vortag einen Kollegen zum Main Check In geschickt und danach vergessen, die Unterlagen wieder in meine sicheren Hände zu nehmen. Das rächte sich jetzt. Er hatte zwar noch alle Rechnungen und Bestätigungen, die Tickets aber hatte wohl nach genauer Analyse ein ominöses schwarzes Loch in der Mittelkonsole verschlungen. Damit war die Laune im Keller. Nur mit Mühe und Not konnten wir einige von ihren Mordgedanken abbringen.

Official Opening

Gegen Mittag konnte die Stimmung durch den Wet T-Shirt Contest in Villas Rubin wieder etwas gehoben werden. Im Vorprogramm übernahm Kollege Drews das Zepter. Mit roter Latexhose und hautengem Shirt heizte der mittlerweile 65-Jährige ordentlich ein. Vor allem wohl sich selbst. Nach in paar Songs gönnte er sich nämlich, samt Mikro, eine Abkühlung im Pool und sang dort trotz Belagerung munter weiter. Auch eine wirklich miese Attacke eines Volltrunkenden wenig später auf dem Steg brachte ihn nicht aus dem Konzept. Dieser schlich sich von hinten an ihn ran, klaute ihm die Krone, schubste ihn samt Mantel in den Pool und ließ sich feiern. Das Mikro überstand diese Attacke verständlicherweise nicht. Wohl auch deshalb gab es im Anschluss nur noch einen Song mit einem Kabelbehilfsmikro. Trotzdem – äußersten Respekt für die Gelassenheit, mit der er solche Attacken hinnimmt. Wobei man nach so vielen Jahren auf Mallorca wohl schon ganz andere Sachen gewöhnt ist.

Beim anschließenden Wet T-Shirt Contest hätte ich nicht erwartet, dass so viele Kandidatinnen gefunden werden. Was hier abging, war wirklich krass. Das Zusammenspiel aus nackter Haut und Besoffenen hätte auch gut als Tierdoku durchgehen können. In Sekunden füllte sich der Pool mit Männern, die sich um den Laufsteg auf die Lauer legten. Zu gewinnen gab es Erste-Reihe-Tickets für das David Guetta-Konzert am darauffolgenden Tag. Die Mädels dachten sich wahrscheinlich, wie anscheinend unzählige andere Gäste auch: „Das ist so weit weg, hier kennt mich eh keiner.“ Umso amüsanter ist es, wenn auf sämtlichen (!) Fotoportalen in den umliegenden Ländern Bilder und Videos der angehenden Gogo-Queens zu finden sind. (Unteranderem auch auf Bild.de, ORF und RTL) Als die verdiente Gewinnerin dann, zusammen mit den anderen Finalistinnen, auf Schultern durch den Pool getragen wurde, durfte jeder noch mal die gewinnbringenden Zwillinge begrabschen liebkosen. Ein herrliches Schauspiel – ähnlich wie beim Sommerschlussverkauf am Wühltisch in einem türkischen Billigladen, danke dafür!

Wieder zurück in Amarin wurde es dringend Zeit für das ein oder andere Kaltgetränk, um die Gemüter weiter abzukühlen. Der Ärger über die verbummelten Tickets saß immer noch tief, vor allem, als das Boot vollgepackt und mit dröhnender Musik vor unseren Augen am Strand entlang fuhr. Trotz allem stieg die Stimmung mit steigendem Pegel, langsam aber sicher. Am Abend stand eine Sause mit Darius & Finlay (wer auch immer das sein mag) auf dem Programm. Einige von uns hatten sich extra ihr Karnevalskostüm eingepackt und wollten damit am gleichzeitig stattfindenden Kostümcontest mitmachen. Dank des bösen, bösen Trichters gerieten wir aber in eine garstige Zeitanomalie, aus der wir uns erst nach dem Contest wieder befreien konnten. (Einige Stimmen behaupten, sie stände in enger Verbindung mit dem schwarzen Loch aus der Mittelkonsole.) Somit war das Preisgeld von 500 € auch flöten gegangen. Die Party an sich war aber wirklich O.K. und wurde beim Sonnenaufgang am darauffolgenden Morgen mit Sky and Sand beendet, phänomenal!

Nach zwei Stunden Schlaf und deutlich gerädert ging’s wieder Richtung Villas Rubin, um dem DJ aktuellen Chartstürmer David Guetta vor einer klasse Kulisse und Sonnenschein zu lauschen. Dieser wurde per Jacht und umzingelt von Bodyguards hinter der Bühne abgeladen und spielte ein exakt zwei Stunden langes Set. Länger hätte ich für 120.000 Euro (!) aber auch nicht gespielt… Die Musik passte gut zum Ambiente und war überraschenderweise ganz cool. Die Anlage war sehr druckvoll, die Stimmung ausgelassen. Die „VIP-Bühne“ war aber äußerst fragwürdig. Durch Überfüllung glich es eher einer Legebatterie, und selbst Leuten mit VIP-Pass wurde der Einlass verwehrt. Anscheinend auch deshalb wurde mit fortgeschrittener Stunde einer nach dem anderen durch die Security nach draußen begleitet geschmissen. Die Brutalität, die hier teilweise angewendet wurde, glich geheimen Aufnahmen von Polizeieinsätzen aus den USA, äußerst uncool! Zurück in Amarin gab’s eine ‘Hangover-Party.’ Außer einem ordentlichen Kater erinnerte aber weiter nichts daran, und war eigentlich das selbe wie die Abende zuvor. Die Party endete unspektakulär in der Nacht. Man wollte wahrscheinlich vermeiden, dass die Gäste die Abreise am nächsten Morgen verpassen.

David Guetta Sonntagnachmittag

David Guetta Sonntagnachmittag

Beim Auschecken zeigte sich, dass wir mit unserem Zeltplatz Glück im Unglück hatten. Diejenigen, die nämlich ein Appartement hatten, durften sich auf ewig lange Schlangen freuen. Viele Beschädigungen und Verunreinigungen zogen elend lange Diskussionen nach sich. Was ich mitbekommen habe war teilweise äußerst Dreist: 30 Euro für ein verdrecktes Handtuch, 150 Euro für einen Campingstuhl etc. Die anschließende Heimreise stellte für mich mit den schönsten Teil der Reise dar. Atemberaubende Landschaften in Österreich, die man sonst nur aus dem Bilderbuch kennt und ein kurzer Stopp beim Chiemsee. Hierhin werde ich definitiv noch mal zurückkommen.

Tipps: Wer plant, das nächste Spring Break Europe zu besuchen, sollte sich auf jeden Fall früh genug um Tickets kümmern. So kann man auswählen und sich den Trip individuell zusammenstellen. Es empfiehlt sich zudem zu fliegen. (Zumindest, wenn man aus den westlichen Regionen kommt). Mit Ryanair hätte uns der Flug 30 Euro hin und zurück gekostet,. Leider haben wir zu spät darüber nachgedacht. Neben der Preisersparnis ist es auch um einiges stressfreier. Trotz des beschriebenen Chaos am Check Out würde ich außerdem einen Bungalow einem Zeltplatz für das Wochenende vorziehen. Er ist nur unwesentlich teuer als campen und der um einiges höhere Partyfaktor entschädigt für den Aufschlag. Sichert euch früh genug ausreichend Bons, die Schlangen können einem echt die Stimmung vermiesen. Ganz wichtig zum Abschluss: Solltet ihr nicht unbedingt schwul sein, fahrt nicht ausschließlich dahin, um jemanden klar zu machen.

Fazit: 10.000 Menschen aus verschiedenen Nationen + eine Stadt = 50 Mrd. Promille. Wenn man nicht rund um die Uhr Knallgas fährt, wird’s grenzwertig. Das Wochenende wurde durchzogen von Pannen und damit verbundenen Stimmungsschwankungen. Fairerweise muss man sagen, dass das natürlich größtenteils an uns lag. Trotzdem hatten wir die Erwartungen für das hochgelobte und vielangepriesene Event wohl zu hoch gesteckt. Obwohl es mich nicht weiter interessiert hat, störte es schon etwas, dass die Tanzfläche einem Käfig mit 2.000 Löwen glich, in den man 2 Stücke Fleisch schmiss. Auf eine Frau kamen ca. 200 Männer. Die Organisation bedarf deutlicher Verbesserung. Vor allem beim Bonverkauf, Theke, Check In/Out und Shuttleservice. Hätte unser Schlaubischlumpf nicht so ein schlechtes Gewissen gehabt, hätten wir zusammen mit Hunderten mehrere Stunden auf die Busse warten müssen.

Wenn ich fünf Jahre jünger gewesen wäre, mit weniger Anstand Hemmungen und durchgehend Knülle, wäre es sicherlich die angekündigte ‘Party meines Lebens’ gewesen. So war es leider nur ein durchschnittliches Partywochenende inmitten einer tollen Kulisse. Es war ganz cool, das mal miterlebt zu haben, muss ich aber so nicht noch mal haben.

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Review: Kampf der Titanen

Da mich Avatar in 3D ziemlich geflashed hat, (weniger von der Handlung, mehr von der Aufmachung) habe ich mir Kampf der Titanen angesehen. Zumindest der Trailer war relativ vielversprechend. So was macht für mich keinen unerheblich großen Teil aus, um mich für einen Kinobesuch zu begeistern. In diesem Fall hieß das: Mythologie, Action, Spannung und 3D.

Kurz zur Geschichte: Ein Fischer findet in einer angeschwemmten Truhe ein Baby mit seiner toten Mutter. Er beschließt, den jungen Perseus (gespielt von Sam Worthington) zusammen mit seiner Tochter großzuziehen. Etliche Jahre später werden sie Zeuge, wie Soldaten eine Statue vom Göttervater Zeus vor der Stadt Argos ins Meer stürzen. Als darauf Hades, der Gott der Unterwelt und Bruder von Zeus diese Demütigung rächt, kommt die Fischerfamilie dabei ums Leben. Als einziger Überlebender wird Perseus von einem Schiff aufgegriffen und nach Argos gebracht. Im Königspalast vorgeführt erlebt er, wie das Königspaar kein gutes Haar an den Göttern lässt und verkündet, dass die Ära der Götter vorbei und stattdessen die der Menschen angebrochen sei. Daraufhin erscheint erneut der erboste Hades, der Cassiopeia (die Königin gespielt von Polly Walker) kurz mal aus dem Leben holt und ankündigt, dass er die Stadt in zehn Tagen von seinem Kind, dem Kraken-Ungeheuer, zerstören lassen würde. Nur die Opferung der Königstochter Andromeda (Alexa Davalos) könne dies verhindern. Dem König gefällt diese Lösung natürlich weniger und sucht nach Alternativen.

Im Kerker erfährt Perseus von der Halbgöttin Io (Gemma Arterton), dass er ein Sohn von Zeus sei. Noch voller Hass auf Hades beschließt er, zusammen mit dem Soldaten Draco und seinem Gefolge loszuziehen, um nach einer Lösung zu suchen, um die Stadt und die Königstochter zu retten und den Tot vieler zu rächen. Doch auf dem Weg dahin warten viele Feinde, Aufgaben und Hindernisse, die es zu bewältigen gilt.

Was bereits nach einigen Minuten auffällt, ist, dass der Film nicht in 3D gedreht wurde, sondern nachträglich bearbeitet worden ist. Oft sind Personen im Vordergrund unscharf oder Landschaften perspektivisch sehr verzerrt. Das nervt teilweise etwas und trübt die Stimmung, da dieser Effekt keinen unerheblichen Anteil daran hatte, dass ich überhaupt im Kino saß. Wollen wir hoffen, dass nicht, nur um zu sparen, in Zukunft häufiger Filme nachträglich aufgemotzt werden, um auf ‘der Verkaufswelle 3D’ mitzuschwimmen.

Aber weiter im Text: Nachdem Perseus & Co. losgezogen sind, beginnen so langsam aber sicher die Actionszenen incl. Rückblende, wieso alles so gekommen ist, wie es ist. Vom Ablauf hätte das aber sicher besser an den Anfang gepasst. Darüber hinaus geht mir die Entwicklung des Halbgottes, der sein ganzes Leben nichts anderes gemacht hat außer fischen etwas zu schnell. Von jetzt auf gleich wird er eine Mischung aus Prinz Eisenherz und Jackie Chan und läuft jeder Gefahr entgegen wie eine wildgewordene Kamikazeeinheit. Das mag für die Actionszenen von Vorteil sein, kommt für mich aber äußerst weit her geholt rüber. Später zeigt sich jedoch, warum das so schnell gehen muss.

Dschinni & Perseus

Was anfangs peu á peu aufgebaut und erzählt wird, gerät nach der ersten Kampfszene gegen überdimensionale Skorpione etwas aus dem Ruder. Die Handlung überschlägt sich fast vor Hexen, Untoten, Dschinnis und anderen Mythenfiguren. Wobei der Dschinni ein echter Sympathieträger ist! Er verkörpert eine Mischung aus Baummensch, Beduine und altertümlichem Selbstmordattentäter. (Letzteres macht ihn natürlich nicht sympathisch.) Im Overdose der Monster liegt meiner Meinung nach auch das eigentliche Problem: Wenn man so viele Figuren unterbringen will, muss man Abstriche machen, sofern der Film nicht sechs Stunden lang werden soll. Aus diesem Grund ist klar, dass nicht jeder Kampf oder jede Auseinandersetzung lang dramaturgisch aufgebaut und erzählt werden kann. Das würde vielleicht auch erklären, dass der erst als unbändig angepriesene Pegasus nach dem Tod vieler Männer und der drohenden Sonnenfinsternis aus heiterem Himmel angeflogen kommt und zum aufsatteln einlädt. Der Gaul hätte sich aber ruhig ‘was Zeit lassen können. Der Endgegner, die bereits angepriesene Krake incl. Hades, waren nämlich schneller besiegt, als sie gekommen waren. By the way: Im Vergleich hat mir der Kraken von Fluch der Karibik besser gefallen und war auch um einiges widerspenstiger.

Kleiner Tipp deshalb hier an die Monsterdesigner: Hollywood hin oder her, Botox ist nicht überall cool. Im Vergleich wird’s deutlich – während der Oldschool-Kraken deutliche Charakterzüge hat und wahrscheinlich ein Cousin vom ‘Ding aus dem Sumpf’ ist, ist der moderne Kraken eher eine Mischung aus geliftetem Godzilla und Mickey Rourke mit Überbiss. Außerdem kann man eine Geschichte, die nur auf dieses eine Ereignis hinarbeitet, nicht so abrupt beenden. Das ist schlichtweg frustrierend und man kommt sich ein Stück weit verarscht vor – „Was? Das soll’s jetzt gewesen sein?“

Krakenvergleich

Fazit: Wer auf Remakes steht bzw. einen Film sehen will, in dem fast die komplett versammelte Mannschaft der griechischen Mythologie versammelt ist und dabei weniger wegen der Handlung, sondern der Actionszenen ins Kino geht, der ist bei Kampf der Titanen im richtigen Boot.

Hätten die Griechen für jede Mythenfigur Tantiemen erhalten, würden sie jetzt sicherlich Geld verleihen können, statt um welches zu bitten. Für mich ist der Streifen schlichtweg überproduziert. Es waren zwar auch einige witzige Szenen dabei, aber das allein reicht nicht. Man hat versucht, so viel wie möglich in kurzer Zeit und teils nicht mit den richtigen Mitteln umzusetzen. Das kann nicht funktionieren! Deshalb gibt’s von mir auch leider nur 5 von 10 Augen. Schade, aber weniger ist halt manchmal mehr.

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Fish & fun

Ein verregneter, verkaterter Sonntag. Wie könnte man einen solchen Tag besser nutzen als mit einem Besuch bei Sea Life. Das Problem: Das dachten sich wohl viele andere auch. Nichtsdestotrotz reihten wir uns in die Schlange und 15 Minuten später ging’s los. Der Auftakt erinnerte mich ein bisschen an das Entree vom Mistery Castle. Nach und nach werden eine Hand voll Leute in einen Zwischenraum geschleust – eine Märchenonkel-Stimme gibt eine kurze Einführung ins Konzept und erinnert an den Schutz der Meere. Sinn ist wohl weniger Gedränge im Haus. Das bringt aber an einem Sonntag nichts – vor allem dann, wenn unsere holländischen Freunde mit ihrem riesigen Pikantje-Express das Stillleben stürmen. Wir haben trotzdem versucht, das Beste daraus zu machen.

Ehrlich gesagt hätte ich mir den Aufbau etwas anders vorgestellt. Mehr geschlossene Aquarien in Mauern, Aufbau ähnlich wie in einer Zoohandlung etc. Jedoch gab es hauptsächlich offene Becken, die einem auch den Blick von oben erlaubten. Um eine gewisse Atmosphäre zu schaffen, ist natürlich alles sehr dunkel gehalten, deshalb auch die  verminderte Qualität der Bilder. Verständlicherweise wurde darum gebeten, nicht mit Blitz zu fotografieren, da sonst wahrscheinlich alle Fische so ausgesehen hätten. Natürlich hielten sich vor allem meine geliebten Großfamilien nicht an diese Regel. Zu ihrem Glück war das Piranha-Becken oben geschlossen…

Der Gesamteindruck war wirklich positiv. Es gab viel zu sehen und zu hören. Überall standen einem Mitarbeiter Frage und Antwort oder erklärten von sich aus in den verschiedenen Bereichen Hintergründe, Fakten und andere Infos. Beeindruckten, vor allem bei den größeren Fischen, waren die Aquarien an sich. Das Glas war so gewölbt, dass man den Eindruck hatte, mitten drin zu stehen. Der Tunnel stellte hier das Highlight dar.

Ein Aquarium ist kein Streichelzoo. Deshalb könnte man den Eindruck bekommen, Kinder langweilen sich hier schnell. Doch auch an die kleinen Gäste wurde gedacht. Das es offene Becken gibt, hatte ich ja bereits erwähnt. Doch es gibt auch zwei, drei kleine Aquarien auf Augenhöhe, in denen auch die Kleinsten mit Fischen und Meerestieren auf Tuchfühlung gehen können. Gleich daneben dürfen Seesterne, Muscheln und anderes Gekrabbel angefasst werden. Dazu erklärt eine ältere, nette Dame den Jüngsten alles Wissenswerte dazu. Mein persönlicher Höhepunkt lag auf der zweiten Etage. Ein riesiges Becken, in dem Rochen und größere Fische bis auf wenige Zentimeter an einen herankommen. Da ich jedoch nicht das gleiche Schicksal wie Steve Irwin teilen wollte, konnte ich der Versuchung widerstehen, die harmlos wirkenden Tierchen anzufassen. Die Großfamilien und Pikantjes leider auch. Dummerweise verabschiedete sich genau hier der Akku meiner Kamera, sorry.

Fazit: Theoretisch wäre Sea Life ein perfektes (Familien-)Ausflugsziel für Sonntage, gäbe es nicht so viele, die das auch so sehen würden. Deshalb mein Tipp: Die Aquarien und Meerestiere sind einfach zu faszinierend, um nur daran vorbei zu gehen und sich darüber aufzuregen, dass man mal wieder geschubst wurde. Wenn man bereit ist, knapp 14 Eurotaler dafür auszugeben, Meerestiere zu beobachten, sollte man ihnen unter der Woche einen Besuch abstatten.

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