Review: Inception

Langsam entwickelt sich das hier zum großen Kinosommer. Ich weiß nicht wieso, aber ich werde derzeit wirklich magisch ins Kino gezwungen gezogen. Bei keinem Film war jedoch im Vorfeld die Gegenwehr so groß, und bei keinem war ich hinterher so geflashed wie hier. Aber kurz zum Film vorweg: Cobb (DiCaprio) ist ein Gedankendieb. Er dringt mittels einer Maschine in die Träume anderer ein, um wichtige Informationen zu stehlen. Eines Tages bekommt er ein großes Angebot. Er soll für einen japanischen Energiemogul in die Gedanken seines größten Konkurrenten eindringen, um ihn dazu zu bringen, seinen Konzern zu zerschlagen. Dafür ist jedoch ein nie vorher dagewesener Aufwand nötig, und sie müssen ungewöhnlich tief in den Traum hinein. Der Lohn: Er darf zurück zu seiner Familie, was ihm bisher verwehrt bleibt, da er weltweit gesucht wird.

Ich muss ehrlich gestehen, dass der Trailer mich komischerweise (?) nicht wirklich vom Hocker gehauen hat. Dass Titanics DiCaprio mitspielt, machte die Sache für mich nach nicht wirklich attraktiver. Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Im ersten Drittel des Films bekommt man en Detail erklärt, worum es geht, wer mit wem, wie es sich mit Träumen und Realität verhält, was es mit ‘Extraktion’ auf sich hat, warum, weshalb und überhaupt. Klingt nach viel schwerer Kost, ist es im Prinzip auch. Wer hier nicht aufpasst, kann den Kinosaal eigentlich direkt wieder verlassen – Nixpeilgefahr! Wer aber hier seine noch so kleine Aufmerksamkeitsspanne bündeln kann, wird im weiteren Verlauf mit einer großartigen Story belohnt.

Der Film ist durchzogen mit überschwänglichen visuellen- und damit verbundenen Wow-Effekten. Dazu kommen immer wieder diese kleinen WTF-Momente, in denen man glaubt, man wäre im falschen Film oder hätte die letzte halbe Stunde selbst im Traumland verbracht. Wenn man die Verzahnungen und Verwinkelungen ineinander genauer betrachtet oder versucht zu verstehen, kommt man nicht um die Frage, wie krank oder genial der Regisseur sein muss, um so einen verwirrenden Shit zu produzieren. Man steht die komplette Filmlänge so unter Strom, dass selbst der kleinste Schreckmoment zum Herzstillstand beitragen kann.

Mit Inception werden gleich mehrere Genre bedient: Action, Sci Fi und eine Spur Drama. Die Traum in Traum-Geschichte ist zwar kein Novum auf dem Filmsektor, doch die gesunde Mischung aus verschiedenen Genres, gepaart mit einem fast protzigen Screening und einer großen Filmmusik macht den Film sicherlich zu mehr als nur einem Oscaranwärter.

Fazit: Selten war ich über so lange Zeit so gefesselt und im Sog eines Films. Christopher Nolan hat einen wirklich kranken (im positiven) Blockbuster geschaffen. Hans Zimmer komplettiert das Meisterwerk mit mal wieder grandioser und theatralischer Musik. Wer also auf der Suche ist nach zweieinhalb Stunden nervenzerreißende Spannung, Action und intellektueller Forderung, der ist bei Inception bestens aufgehoben.

Kleiner Tipp von mir: Guckt ihn nicht in der Spätvorstellung. Ich bin um halb zwei aus dem Kino raus und konnte nicht vor vier Uhr einschlafen, weil ich noch so aufgewühlt und voller Fragen war. Wem es genauso geht, kann bei Moviepilot weiterdiskutieren und rätseln. Wegen Letzterem war ich auch erst gewillt, dem Film einen halben Punkt abzuziehen, empfand es jedoch hinterher als wichtigen Teil des Films. Deshalb, erstmals in der Geschichte dieses Blogs: Volle Punktzahl für Inception, herzlichen Glückwunsch!

PS: Denkt an euer Totem!

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